DRG-Anforderungskatalog für Patientendatenträger

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Anforderungskatalog für Datenträger mit Patienteninformationen

Der Austausch von Bilddaten zwischen medizinischen Einrichtungen findet in zunehmendem Maße über sogenannte Patienten-CDs statt. Bislang existieren keine Vorgaben, wie eine solche Patienten-CD aufgebaut sein muß, so dass derzeit eine Vielzahl verschiedener CD-Formate in Gebrauch ist. Aus diesem Grund kommt es häufiger zu Problemen, da der Empfänger in einigen Fällen den CD-Inhalt nicht korrekt darstellen oder verarbeiten kann. Daher hat die DRG zusammen mit dem OFFIS auf der Basis der PDI-Spezifikation ("Portable Data for Imaging") der IHE-Initiative einen Anforderungskatalog für Patienten-CDs erarbeitet. Er beschreibt ausführlich, wie Datenträger mit radiologischen Bilddaten intern aufgebaut sein müssen, um nach den Bestimmungen der DRG als "korrekt" zu gelten. Hierzu enthält der Anforderungkatalog sowohl einige technische Bestimmungen, wie z. B. zugelassene Datenträgermedien und Dateisysteme, als auch Regeln, welche medizinischen Inhalte in welcher Form auf der CD abgelegt werden müssen.

Den kompletten Anforderungskatalog können Sie hier herunterladen:

PDF-Logo DRG-Anforderungskatalog für Datenträger mit Patienteninformationen
Ausgabe 2006 (Fassung vom 27.10.2006)
172K
PDF-Logo Englische Fassung:
Requirements Specification for Exchange Media Containing Patient Information

Edition 2006 (as of 2006-10-27)
162K
Falls Sie sich nur einen einfachen Überblick verschaffen möchten, finden Sie im folgenden eine Zusammenfassung der Spezifikation.

Allgemeine Anforderungen

Das DRG-Regelwerk erlaubt als Datenträger ausschließlich CDs. Eine spätere DVD-Unterstützung ist geplant. In beiden Fällen muss jeweils ein ISO 9660 Dateisystem zum Einsatz kommen, bei dem zusätzliche Erweiterungen wie Joliet, Rockridge oder auch Multisession ausdrücklich zugelassen werden. Des Weiteren empfiehlt die Spezifikation, den Datenträger nicht mit einer Autostart-Funktion zu versehen und einer abschließenden Virenprüfung zu unterziehen.

Die CD muss menschenlesbar beschriftet werden. Dazu sollten Informationen wie Namen und das Geburtsdatum des Patienten, das Datum der Datenträgererzeugung, Datumsangaben zu den auf dem Medium abgelegten Untersuchungen und der Name der erzeugenden Institution auf dem Datenträger vermerkt werden. Des Weiteren wird empfohlen, die Art der Inhalte anzugeben.

DICOM-Inhalte

Es wird empfohlen, alle Informationen, die für die derzeitige klinische Verfassung der/des Patienten relevant sind (inklusive Befunde, Arztbriefe usw.), auf dem Datenträger im DICOM-Format abzulegen. Dazu darf auch die Möglichkeit genutzt werden, PDF-Inhalte in DICOM-Dateien einzubinden. Als Einstiegspunkt dient die DICOMDIR-Datei, die im Stammverzeichnis des Mediums abgelegt werden muss und von der aus alle weiteren DICOM-Dateien referenziert werden. Bezüglich der DICOM-Dateien und im speziellen für das DICOMDIR werden einige weitere Einschränkungen gemacht. Alle Dateien auf dem Medium müssen zusätzlich den Vorschriften des DICOM-Standards genügen.

Die gesamten CD-Inhalte dürfen von einem oder auch mehreren Patienten stammen. Die Transfersyntax (also u. a. eine mögliche Kompression) und die Art der Objekte, die auf dem Datenträger gespeichert werden können, werden durch einige in der Spezifikation angegebene DICOM-Anwendungsprofile eingeschränkt.

Web-Inhalte

Optional zu den DICOM-Inhalten können auf einer DRG-konformen CD auch Web-Inhalte abgelegt werden. Diese müssen entweder die gesamten DICOM-Inhalte auf der CD widerspiegeln oder jedoch mindestens denjenigen Teil davon, durch den die derzeitige klinische Verfassung des Patienten repräsentiert wird.

Die Web-Inhalte müssen in einem separaten Verzeichnis abgelegt werden, mit Ausnahme der Datei "INDEX.HTM", die im Stammverzeichnis des Datenträgers gespeichert werden muß. Durch diese Datei müssen alle restlichen Web-Inhalte referenziert werden und damit für den Benutzer erreichbar sein. Zusätzlich müssen sowohl alle DICOM-Inhalte als auch alle anderen Inhalte, die auf dem Datenträger vorhanden sind, in der INDEX.HTM-Datei aufgelistet werden. Der Web-Inhalt selbst muss in XHTML verfasst sein, wobei zusätzliches JavaScript ausdrücklich erlaubt ist. Das Benutzen von anderen Skriptsprachen ist nicht gestattet. Die möglichen Bild- und Filmformate werden ebenfalls eingeschränkt.

Falls ein Datenträger Web-Inhalte aufweist, muss eine Datei "README.TXT", ebenfalls im Stammverzeichnis des Mediums, vorhanden sein (ansonsten optional). Diese Datei muss verschiedene Angaben enthalten, darunter
  • Kontaktinformationen hinsichtlich der Institution, in welcher der Datenträger erstellt wurde
  • Informationen bezüglich der Software, durch die der Datenträger erstellt wurde
  • Informationen bezüglich der optional auf dem Datenträger vorhandenen DICOM-Viewer

Insbesondere ist die Datei README.TXT unabhängig vom klinischen Inhalt eines Datenträgers. Dementsprechend ist es ausdrücklich erlaubt, dass auf allen in einer Institution von derselben Software erstellten Datenträgern die gleichen Informationen in der Datei README.TXT vorhanden sind.

DICOM-Viewer

Ein DICOM-Viewer ist eine ausführbare Anwendung, mit deren Hilfe die auf dem Medium vorhandenen DICOM-Objekte visualisiert werden können. Erzeugte Datenträger können optional einen oder mehrere DICOM-Viewer enthalten.

Für den Anwender sollte klar erkennbar sein, welche Datei zum Starten des DICOM-Viewers aufgerufen werden muss. Ist eine README.TXT-Datei auf der CD vorhanden, sollte dort ein entsprechender Hinweis zu finden sein. Falls die CD Web-Inhalte enthält, muss der DICOM-Viewer in der Datei INDEX.HTM referenziert werden und auf diesem Wege aufgerufen werden können. Der Viewer muss als Standardbenutzer (unter Windows also ohne Administratorrechte) gestartet werden können. Der DICOM-Viewer muss alle auf der CD enthaltenen DICOM-Inhalte korrekt (im Sinne des DICOM-Standards) darstellen können. Als zusätzliche Hilfe wird empfohlen, auf dem Inlet eine Kurzanleitung und auf der CD eine Bedienungsanleitung in Form eines PDF-Dokuments bereitzustellen.

Sonstige Inhalte

Alle sonstigen Inhalten dürfen in einem beliebigen Format auf der CD abgelegt werden. Empfohlen wird dabei wiederum das Speichern in einem separaten Verzeichnis. Im Gegensatz zu den Web-Inhalten müssen diese Daten kein entsprechendes "DICOM-Gegenstück" auf der CD besitzen.

Zusammenfassung

Die Anforderungskatalog für Datenträger mit Patienten-informationen stellt ein detailliertes Regelwerk dar, das den Rahmen für Inhalte und Formate einer "Patienten-CD" vorgibt. In Verbindung mit dem für die Empfängerseite erarbeiteten Handlungsleitfaden sollten so viele mögliche Fehlerquellen beim Austausch von Patienten-CDs ausgeschlossen werden können.

Seite zuletzt aktualisiert: 2013-06-10
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